Entenjäger auf der Suche nach dem afghanischen Traum

Der Völkerrechtler Claus Creß hat in einem Interview mit dem SPIEGEL – dem wichtigsten Konkurrenzblatt des TITANIC – etwas wirklich Eindrucksvolles zu berichten. Es gebe keinen internationalen bewaffneten Konflikt in Afghanistan, sondern nur einen „Bürgerkrieg“.

Wenn ich den SPIEGEL aufmache, mache ich mich immer auf einiges gefaßt, aber da mußte ich staunen. Ein Bürgerkrieg! Das sind also gar keine ausländischen Truppen, die das Land seit acht Jahren plattmachen, sondern Afghaner mit Migrationshintergrund!

Eine derart liberale Zuwanderungspolitik hätte ich Afghanistan niemals zugetraut. Man darf da also unangemeldet, visumsfrei einreisen, jede Menge Waffen mitbringen, wie ein Gymnasiast rumballern, und kriegt dafür den Doppelpaß!

Die Afghaner sind in der Ausländerpolitik liberaler als Schily und Schäuble. Wer hätte das gedacht? Was sagte der Schröder vor ein paar Jahren? „Wer unser Gastrecht mißbraucht, für den gibt es nur eins – raus und zwar schnell!“ egal ob man im Kokaingroßhandel tätig war oder nur mal schwarz auf einer Baustelle gearbeitet hat.

Wenn man aber als Angehöriger einer schwerbewaffneten internationalen Bande nach Afghanistan zieht, ist das eine ganz normale Einreise zur Aufnahme einer Erwerbstätigkeit. Bemerkenswert!

Im SPIEGEL steht niemals, wie es dazu kam, daß sich soviele Menschen vor ein paar Jahren dazu entschlossen, auf der Suche nach dem afghanischen Traum aufzubrechen. Heute heißt es immer, die Taliban müßten weg, der frauenfeindlichste Präsident der US-Geschichte wolle die Frauen Afghanistans befreien.

Nein, so begann der afghanische Knallfrieden nicht. Weiß es wirklich niemand mehr? Kurz nach dem 11. September hatte der Bush die Taliban aufgefordert, den Bin Laden rauszurücken. Die haben dann vor laufenden Fernsehkameras geantwortet: „Alles klar. Wir bräuchten nur mal Ihre Beweise, dann wird er gleich in einen neutralen Drittstaat ausgeliefert, wo für seine körperliche Unversehrtheit garantiert werden kann.“

Eine Unverschämtheit! Was soll man da mit Beweisen? Der Bush hatte ja gerade Tausende Muslime und des Islams Verdächtige ohne jeden Beweis unter Nacht- und Nebel-Bedingungen in die Knäste der Republik verschwinden lassen. Beweise, rechtsstaatliches Verfahren – vor dem Reichstagsbra…Quatsch, dem 11. September wäre das ja noch angegangen, aber jetzt?

Und mal ehrlich: Wenn die Serben mal die Auslieferung Gerhard Schröders fordern, wird er doch bestimmt sofort von der GSG 9 in die nächste Maschine nach Belgrad gebracht. Das nennt man Höflichkeit in der Staatengemeinschaft.

Und angesichts einer derart unhöflichen Reaktion seitens seiner ehemaligen Freunde konnte der Bush doch nicht anders, als alles, was man in Afghanistan nicht schon zuvor plattgemacht hatte, in Schutt und Asche zu bombardieren. Ist doch verständlich.

Die humanitären Hilfsorganisationen waren aber entsetzt, waren doch 4 bis 5 Millionen Menschen in Afghanistan fürs blanke Überleben auf ihre Lebensmittellieferungen angewiesen. Infolge des Angriffs könnten also ca. 5 Millionen Menschen verrecken.

Dem Bush war das aber scheißegal. Die Frechheit dieser Talibanfuzzis, die auf völkerrechtlich korrekten Auslieferungsverfahren bestanden, mußte man doch bestrafen! Ohne Genehmigung durch den Weltsicherheitsrat ist das doch ein völkerrechtswidriger Angriffskrieg, haben andere Ewiggestrigen geschrien. Aber im Zeitalter der guten Umfangsformen sind die Nürnberger Prinzipien und die UNO-Charta gegenstandslos.

Das hat auch die Bundesregierung begriffen. Man müsse doch den deutschen Hindukusch verteidigen, ertönte es aus dem Verteidigungsministerium. Fernostpreußen dürfe man doch nicht einfach so mir nichts dir nichts von irgendwelchen Afghanern invadieren lassen!

Außerdem hat uns der SPIEGEL vor einigen Monaten mitgeteilt, daß es eine Terrorgruppe namens Islamische Dschihad-Union (IJU) gebe, die es auf die BRD abgesehen habe. Ohne diese Gefahr aus der Welt zu schaffen, dürfe man die Bundeswehr doch nicht abziehen. Die IJU ist ein ganz interessanter Verein. Laut Landesverfassungsschutz Baden-Württemberg handelt es sich hierbei um ein Internet-Hoax des blutrünstigen usbekischen Diktators und BRD-Verbündeten Islam Karimow.

So ist es. Das ist der wahre Grund, weshalb die Afghaner mit Migrationshintergrund der Bundeswehr da nicht raus dürfen. Wer schützt das christliche Abendland sonst vor Internet-Enten? Die Bonsai-Kitten-Hersteller und Hotel-Nierendiebe dieser Welt dürfen doch nicht unbehelligt rumlaufen, selbst wenn sie gar nicht existieren!

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